ECHA Follow Up mit Prof. Dr. Gabriele Weigand, PH Karlruhe

 

„Individuelle Förderung – Begabungen entfalten, Persönlichkeit entwickeln"

Zu diesem Thema lud das Institut TIBI am 16.02.2012 zu einer Follow-Up Veranstaltung für LehrgangsabsolventInnen. Zahlreiche Interessierte aus dem Bereich Schulverwaltung und Schulaufsicht sowie DirektorInnen und PädagogInnen aller Schularten folgten der Einladung und erlebten eine Fortbildungsveranstaltung voller Anregungen und Gedanken für die Weiterentwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit.



Die Referentin, Prof. Dr. Gabriele Weigand (PH Karlsruhe), ermutigt in ihrem Vortrag zu einer personalen (Hoch-) Begabungs- und Begabtenförderung.

Ihre Thesen dazu lauten:

1) Jeder Mensch ist eine einmalige Person mit Begabungen.
2) (Hoch-)Begabung ist Gabe und Geben.
3) (Hoch-)Begabung ist dialektisch und dynamisch.

Die Person des einzelnen Kindes und Jugendlichen ist der Bezugspunkt pädagogischen Denkens und Handelns in Erziehung, Unterricht und Schule.

Grundlage für die personale Pädagogik ist die Annahme, dass jeder Mensch eine einmalige Person mit Begabungen, Freiheit und Verantwortung ist, die dialogisch verfasst ist und daher am Du zum Ich wird.

Personsein bedeutet somit Achtung vor dem Anderen und seiner Würde, Autonomie, Mündigkeit, Selbstbestimmung und Verantwortung. Dass Kinder einen tiefen Sinn für persönliche Würde besitzen, erkannten bereits ReformpädagogInnen des 20. Jahrhunderts.

Personale (Hoch-)Begabungs- und Begabtenförderung ist eine differenzierende und an den Stärken der Kinder und Jugendlichen orientierte Pädagogik. Sie hat mit den noch nicht erkannten Potentialen bei SchülerInnen zu rechnen. Dies erfordert eine Haltung der Achtsamkeit, der genauen Beobachtung und letztlich auch des Vertrauens in die (ungeahnten) Möglichkeiten eines Kindes/ Jugendlichen, die einmal Wirklichkeit werden können.

Personale Pädagogik ist mehr als Intelligenzförderung, zumal Intelligenz nicht direkt, sondern über die Beschäftigung mit Inhalten sowie durch die Auseinandersetzung mit Fragen und Problemstellungen gefördert wird.

Besonders wichtig erscheint mir persönlich, dass nicht nur besonders begabte SchülerInnen unterstützt werden, sondern dass sie allen zugute kommt. In der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass gegenseitige Wertschätzung zwischen Kindern, Eltern, LehrerInnen und der Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung für die konkrete Umsetzung der personalen Pädagogik im Schulalltag ist.

(Mag. Christine Schmid, PVS Judenplatz Wien)

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