Mehrsprachigkeit als Ressource für individuelle Begabungsförderung

MAG. EVA KNECHTELSDORFER
MMAG. ELISABETH SCHWEIGER

Mehrsprachigkeit Poster 01kDas mehrphasige Projekt hat fächerübergreifend die mehrsprachliche Förderung von Schülerinnen und Schülern zum Ziel. Somit soll Sprachenbewusstsein und (mehr)sprachige Kompetenz gefördert, sowie ein Bewusstsein für kulturelle, soziale und politische Aspekte von Sprache geschaffen werden.

Für die Schüler/innen der 11. Schulstufe wird in der ersten Projektphase für zwei Wochen der Unterricht aufgelöst und es werden inhaltlich passende, fächerübergreifende Kurse zum Thema angeboten. Phase zwei sieht eigenständiges Arbeiten an einem individuellen Schwerpunkt vor, mit der Intention Mehrsprachigkeit auch in der Unterstufe zu thematisieren. In der dritten Phase werden die entstandenen Produkte und Ideen vorgestellt bzw. in Klassen der Unterstufe durchgeführt.

Das Projekt ist in Gardners (1999) Theorie zu multiplen Intelligenzen verankert. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen eine Vielfalt an Intelligenzen besitzen, die zu unterschiedlichen Teilen individuell ausgeprägt sind. Eine Förderung mehrsprachigen Bewusstseins trägt so zur Entfaltung von sprachlicher, inter- und intrapersonaler Intelligenz bei.

Die Schüler/innen werden neben grammatikalischer, semantischer und pragmatischer Aspekte der Mehrsprachigkeit auch zur kulturellen und soziopolitischen Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit arbeiten. Durch den Einsatz des europäischen Sprachenportfolios werden sie sich außerdem ihrer eigenen Sprachbiographie bewusst und zu autonomem Lernen angeregt.

Kontakt:
elisabeth.schweiger@kphvie.ac.at
eva.knechtelsdorfer@kphvie.ac.at

 

Englisch als Lingua Franca – begabungsfördernder Fremdsprachunterricht

MAG. EVA KNECHTELSDORFER

Projekt Englisch lingua Franca 01kEnglisch ist in Österreich die am meisten gesprochene Fremdsprache (Eurobarometer 2012, 21) und die erste Fremdsprache, die an allen Schulen unterrichtet wird. Untersuchungen zur Verwendung des Englischen in internationalen Kontexten als Lingua Franca schlagen ein neues Verständnis des Englischunterrichts vor. Anders als andere Fremdsprachen, wird Englisch zu einem großen Teil zwischen non-native speakern mit komplexem, mehrsprachigen Hintergrund verwendet.

English as a Lingua Franca, kurz ELF, meint daher „Any use of English among speakers of different first languages for whom English is the communicative medium of choice, and often the only option“ (Seidlhofer 2011, 7). Es ist daher notwendig Lernziele sowie den Begriff kommunikative Kompetenz und deren Förderung unter Berücksichtigung der ELF Forschung und Begabungsförderung neu zu definieren.

Wie neue Erkenntnisse einen begabungsfördernden Fremdsprachenunterricht unterstützen können, soll diese Arbeit u.a. zeigen. Durch begabungs- und begabtenfördernden Fremdsprachenunterricht kann die sprachliche, interpersonale und intrapersonale Intelligenz gefördert werden. Besonders diese drei Intelligenzen (Gardner 1999) unterstützen erfolgreiche ELF Kommunikation. Konkrete Beispiele für den Unterricht sollen zeigen, wie Englischunterricht unter Berücksichtigung von ELF gelingen und zur Förderung multipler Intelligenzen im Sinne Gardners beitragen kann.


Das Forschungsprojekt wird mit dem Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien durchgeführt.
Kontakt: eva.knechtelsdorfer@kphvie.ac.at

 

„Migration und Begabung“

Eine Studie über Schüler/innen mit Migrationshintergrund in Leistungskursen an Wiener Allgemeinbildenden Höheren Schulen

MAG. DR. GOLRIZ GILAK

 

Golriz kDie Begriffe „Begabung“ und „Migration“ scheinen auf den ersten Blick nicht miteinander vereinbar zu sein. Dementsprechend bleibt das Potenzial von Migrant/innen in der Gesellschaft oftmals unerkannt, was für beide Seiten zu negativen Folgen führen kann. Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen vermehrt eine diskontinuierliche Schullaufbahn auf. Dennoch gibt es zahlreiche Beispiele von erfolgreichen Bildungswegen. Um das Bewusstsein für diese zu stärken, stand im Fokus der Realisierung dieses Vorhabens die folgende Forschungsfrage:

Welche Faktoren begünstigen einen erfolgreichen Verlauf der Schulkarriere von Jugendlichen mit Migrationshintergrund?

Ziel der vorliegenden Studie war es, jene Indikatoren, die den schulischen Erfolg von Migrant/innen auszeichnen, in den Mittelpunkt zu stellen und damit dem gesellschaftlichen Diskurs um Integration, interkulturelle Begegnung und Zusammenleben positive Beispiele hinzuzufügen.

Um die notwendigen Daten für diese Studie zu erheben, wurden Befragungen von Schüler/innen in Olympiade-Vorbereitungskursen durchgeführt. Der hierfür konzipierte Fragebogen umfasste Themenbereiche wie schulische Interessen, Familie, Freizeitaktivitäten sowie biographische Aspekte in Bezug auf Herkunft und Persönlichkeit. Den Abschluss bildeten Einzelinterviews mit zehn Teilnehmer/innen zwecks einer multiperspektivischen Herangehensweise.

Die Ergebnisse dieser semi-quantitativen Studie sollen diesem, sowohl gesellschaftspolitisch, als auch bildungspolitisch und pädagogisch relevanten Thema empirische Daten zugrunde legen.

Ein Einblick in die Charakteristik der Studie ist dem Artikel aus dem Forschungsband 2016 der KPH Wien/Krems zu entnehmen.

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